Graues Langohr - Populationstrend für Plecotus austriacus
Beschreibung
Das Graue Langohr (Plecotus austriacus) sieht dem Braunen Langohr (Plecotus auritus) sehr ähnlich. Es ist jedoch viel seltener und scheint stärker gefährdet zu sein.
Lebensraum
In Wäldern, Wiesen, Parkanlagen und wesentlich stärker als das Braune Langohr auch in Siedlungen und Dörfern, Gärten und Parkanlagen vorkommend.
Quartiere
Wochenstuben bestehen aus 10-30 Tieren, die vor allem in Gebäuden, im südlichen Verbreitungsgebiet auch in Höhlen, sehr selten in Fledermauskästen aufgefunden werden. Relativ kälteresistente Art, die Oktober bis März am Eingang von Kellern, Höhlen, Fels- und Gebäudespalten überwintert.
Reproduktion
Die Geburt von nur einem Jungtier geschieht meist in der zweiten Junihälfte. Erste Paarungen wurden bereits Ende Juli beobachtet. Schwärmen eher selten vor Höhlen.
Größe
• Kopf-Rumpf-Länge: 43-55 mm • Unterarmlänge: 36-43 mm • Flügelspannweite: 250-290 mm
Gewicht
6-10 g
Farbe/fell
Oberseite grau, Unterseite grauweiß. Um die Augen dunkelbraune bis grauschwarze Fellfarbe, die Schnauze ist dunkelgrau.
Ohr
Sehr lang. Werden während des Torpors und im Winterschlaf hinter die Flügel gelegt, so dass nur der lanzettförmige Tragus zu sehen ist, der selbst einem kleinen Ohr ähnelt. Der Tragus ist grau und wesentlich dunkler als beim Braunen Langohr.
Flügel
Breit und kurz, rundlich.
Flug
Flatter- oder Rüttelflug. Jagen vor allem Nachtfalter aber auch Käfer beim Fliegen. Das Ablesen der Insektenbeute vom Untergrund spielt eine weniger wichtige Rolle als beim Braunen Langohr.
Ultraschalllaute
Frequenzmodulierte, trockene Rufe mit Startfrequenzen bei 35 – 55 kHz und Endfrequenzen bei 16 – 20 kHz. Hauptfrequenz bei 23 – 28 kHz. Rufabstände sind sehr unterschiedlich, daher sehr unrhythmisch. Da die Rufe sehr leise sind, hinterlassen sie einen „flüsternden“ Höreindruck, der einzigartig im Vergleich zu den Arten aller anderen Gattungen ist. Verwechslungsgefähr mit dem Ruf des Braunen Langohrs.
Gefährdung
Vor allem im Norden kommt die Art hauptsächlich in Dachstühlen vor, so dass sie aufgrund von Renovierungen besonders durch Quartierverlust betroffen sind. Auch der Einsatz von Pestiziden stellt eine größere Gefahr dar. Rote Liste Deutschlands (2020): Vom Aussterben bedroht. IUCN (2016): Near Threatened (potenziell gefährdet).