Fransenfledermaus - Populationstrend für Myotis nattereri
Beschreibung
Die Fransenfledermaus (Myotis nattereri) ist eine kleine bis mittelgroße Fledermausart, weit verbeitet in Europa. Am Rand der Schwanzflughaut befinden sich steif nach unten gekrümmte Haare (die „Fransen“). Erbeutet bevorzugt Spinnen.
Lebensraum
In nahezu allen Waldtypen, auch in lichten Wäldern mit Schneisen, Parkanlagen, Feldwege mit Sträuchern, Obstgärten, Teiche und kleine Flüsse.
Quartiere
Wochenstubenverbände aus 20 bis 50 Tieren in Baumhöhlen, Vogel- und Fledermauskästen, Spalten, Fensterläden, selten direkt in Gebäuden, aber in unverputzten Hohlblocksteinen. Häufige Quartierwechsel und wechselnde Aufspaltung in Unterkolonien („Fission-Fusion“). Überwinterung von Oktober bis April unterirdisch in Höhlen, Stollen, Bunkern, Kellern in Spalten oder zwischen Geröll.
Reproduktion
Geburt der Jungen zwischen Anfang Juni und Anfang Juli. Jungtiere nach ca. vier Wochen selbständig. Die Paarung erfolgt sowohl während der Schwarmzeit (Hauptschwärmzeit im September/Oktober) als auch im Winterquartier.
Größe
• Kopf-Rumpf-Länge: 42 – 50 mm • Unterarmlänge: 34 – 44 mm • Flügelspannweite: 240 – 280 mm.
Gewicht
7–10 g.
Farbe/fell
Oberseite grau bis grau-helbraun (ältere Tiere), Unterseite hell, grauweiß.
Nasenform
Schlanke, fleischfarbene Schnauze.
Ohr
Relativ lange Ohren (z.B. länger als Wasserfledermaus aber deutlich kürzer als Bechsteinfledermaus), leicht gebogene Form. Langer, spitzer, spießartiger Tragus, der im Gegensatz zur Wasserfledermaus länger als das halbe Ohr ist.
Flügel
S-förmiger Sporn and der Schwanzflughaut. Rand der Schwanzflughaut mit dichten Borsten.
Flug
Schwirr- oder Rüttelflug. Relativ langsam, aber sehr wendig. Oft direkt über Sträuchern. Liest Beute mit der Schwanzflughaut direkt von Vegetation ab („Gleaning“) oder fängt sie im Flug. Können sich auch gut auf dem Boden fortbewegen.
Ultraschalllaute
Sehr starke Frequenzmodulierung. Startfrequenz bei 100 – 150 kHz, Endfrequenz bei 20 – 35 kHz. Keine klare Hauptfrequenz, diese bewegt sich zwischen 32 und 48 kHz. Daher sehr trockene Rufe. Neigt zu auf- und abschwellenden Rufen nahe Sträuchern und Baumkronen. Auffällig sind die enormen Frequenzbandbreiten. Dennoch starke Verwechslungsgefahr mit Wasser- und Bartfledermaus, ebenso zu Braunem Langohr.
Gefährdung
Bestände scheinen insgesamt stabil. Rote Liste Deutschlands (2020): Ungefährdet. IUCN (2019): Least Concern (nicht gefährdet).